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Steigerung versus Bewahrung - zwei sich diametral widersprechende Ökonomien

homo oeconomicus homo stupido bewahrung steigerung nachhaltigkeit Ökonomie

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26 Antworten zu diesem Thema

#1 weistnix

weistnix

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Geschrieben: 06 Mai 2017 - 09:53

In den ökonomischen Naturgesetzen ist die Widersprüchlichkeit geradezu eingebaut. Wir leben zwischen zwei Ökonomien, die voneinander abhängen, indem sie sich in allen Aussagen widersprechen. Will die eine Ökonomie links abbiegen, dann möchte die andere Ökonomie rechts raus.

Die eine Verhaltensökonomie ist uns wohl bekannt, es ist die egozentrische Ökonomie der ewigen Steigerung, die eskalierend ist, und nicht von ungefähr der neoklassischen oder neoliberalen Ökonomie ähnelt. Der sich wissend gebende Modellmensch "Homo Oeconomicus" lässt im Extrem Neugier und Zweifel missen, und führt nur noch Aufträge aus. Die frühen Ökonomen müssen den perfekten Soldaten als Vorbild eines Menschen genommen haben, und im Extremfall ist es der Terminator aus den Spielfilmen.

Die andere Verhaltensökonomie ist die nachhaltige Ökonomie der Bewahrung. Deren Regeln sind orthogonal korreliert zu den Regeln der Steigerungsökonomie. Den Modellmenschen habe ich "Homo Stupido" getauft. Er hat keinen Auftrag, trägt dafür Neugier und Zweifel in sich. Weil er glaubt, stets nicht genug zu wissen, stellt er Fragen. Im Extremfall handelt es sich beim "Homo Stupido" um ein naives neugieriges Kleinkind. Diese Ökonomie ist deeskalierend, ausgleichend, und prognostiziert nichts, weil man sich seiner Einfalt, Ahnungslosigkeit, Manipulierbarkeit, Impulsivität und Beschränktheit voll bewusst ist.

Aus dem Wissen über die zwei Ökonomien ergeben sich konkrete Handlungsempfehlungen, was zu tun wäre, um das Überleben der Menschen zu sichern. Insbesondere geht daraus hervor, dass es sich bei den Menschen um eine Tiergattung handeln muss, die bei Fehlverhalten nicht anders behandelt wird als eine Heuschreckenplage. Bei uns nennt sich das Finale Krieg.

Da ich mich von meinen eigenen Erkenntnissen nicht ausnehmen kann, muss auch ich ein Depp sein. Man glaube mir also nichts, was man nicht selbst überprüft hat. Ich habe nur einen Wissensvorsprung vor euch: ich glaube zu wissen, dass es nicht einen einzigen vernunftbegabten oder intelligenten oder wissenden Menschen auf diesem Planeten gibt. Weil es nicht nachhaltig wäre, existieren diese Erfindungen des arroganten Menschen nicht. Je mehr der Glaube an die eigene Vernunft unter den Menschen grassiert, desto näher rückt die Auslöschung.

Die ausführliche Dokumentation zu der nachhaltigen Ökonomie der Bewahrung findet sich in meiner Signatur, oder direkt hier:

http://bewahren-und-sein.weebly.com/
http://bewahren-und-sein.myblog.de/ (alternativ)

Eine Diskussion darüber habe ich bei Bitcointalk geführt:

https://bitcointalk....topic=1237694.0

Die nachhaltige Anlagestrategie ist die Rebalancingstrategie. Sie ist unangreifbar, kann dafür jedoch keine Spitzenerträge erzielen. Genau genommen will die Rebalancing-Strategie Vermögen nur bewahren, und nicht mehren, weil Profit oder Rendite nicht nachhaltig sind. Der einzige Quell für Wohlstand ist die Arbeitskraft, nicht jedoch Anlagegegenstände.

https://bitcointalk....?topic=495672.0

Die Erträge aus dem Rebalancing liegen immer wenigstens im Durchschnitt, und steigen überproportional zu den Ausschlägen, das kann die neoklassische Ökonomie nicht erklären. Da Rebalancing eine passive Strategie ist, benötigt man für deren Umsetzung auch keine Intelligenz, ein verblödeter Schweißroboter kann das auch. Kein Mensch braucht sich darauf also etwas einzubilden. Die Erträge kommen aus der gierigen Welt bzw. von Manipulateuren. Untereinander handeln Rebalancer fast nicht mehr. Rebalancing bezeichne ich auch als passive Verteidigung gegen eine gierige Welt durch materielle (bedingungslose) Liebe. Rebalancing wirkt wie eine Schwankungsdämpfung, man kann eskalierende Märkte also auch trösten wie ein weinendes Kind.


Bearbeitet von weistnix, 06 Mai 2017 - 10:45,

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#2 weistnix

weistnix

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Geschrieben: 06 Mai 2017 - 09:56

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#3 _/\_

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Geschrieben: 06 Mai 2017 - 13:02

Vieles von dem kann ich aus eigener Beobachtung und Erfahrung nachvollziehen.

 

Der "Mensch" ist geistig eigentlich doch eine Kakerlake

 

Ich halte die beiden Ökonomievorstellungen für sich gegenseitig bedingend und sich nicht ausschließend.

 

Die von dir genannte eskalierende Ökonomie hat nach meiner Meinung einen Sinn. Sie schließt vorhandene GAPS in der Versorgung. Ohne diese hätten viele Akteure keinen oder einen nur geringen Antrieb. Sie wird dann problematisch, wenn GAPS geschlossen sind und die Kannibalisierung im Wirtschaftssektor einsetzt. Ab diesem Zeitpunkt kann es für den wirtschaftlichen Akteur sinnvoll sein, sich aus der eskalierenden Ökonomie auszuklinken und in die nachhaltige Ökonomie zu wechseln und passiv zu agieren. In der passiven Rolle hat man die Ruhe und Zeit zu schauen, ob es irgendwo anders GAPS gibt, die es zu schließen lohnt.

 

Um überhaupt die Rollen wechseln zu können, ist eines Voraussetzung, dass in der Zeit in der eskalierenden Ökonomie Eigenvorsorge betrieben wurde.


Bearbeitet von _/\_, 06 Mai 2017 - 15:03,


#4 weistnix

weistnix

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Geschrieben: 06 Mai 2017 - 22:08

Vieles von dem kann ich aus eigener Beobachtung und Erfahrung nachvollziehen.

 

Der "Mensch" ist geistig eigentlich doch eine Kakerlake

 

Ich halte die beiden Ökonomievorstellungen für sich gegenseitig bedingend und sich nicht ausschließend.

 

Die von dir genannte eskalierende Ökonomie hat nach meiner Meinung einen Sinn. Sie schließt vorhandene GAPS in der Versorgung. Ohne diese hätten viele Akteure keinen oder einen nur geringen Antrieb. Sie wird dann problematisch, wenn GAPS geschlossen sind und die Kannibalisierung im Wirtschaftssektor einsetzt. Ab diesem Zeitpunkt kann es für den wirtschaftlichen Akteur sinnvoll sein, sich aus der eskalierenden Ökonomie auszuklinken und in die nachhaltige Ökonomie zu wechseln und passiv zu agieren. In der passiven Rolle hat man die Ruhe und Zeit zu schauen, ob es irgendwo anders GAPS gibt, die es zu schließen lohnt.

 

Um überhaupt die Rollen wechseln zu können, ist eines Voraussetzung, dass in der Zeit in der eskalierenden Ökonomie Eigenvorsorge betrieben wurde.

 

In Form des Homo Oeconomicus wird der Mensch zu einer Kakerlake, der Menschen unterwerfen, und die Welt kolonialisieren will. Das findet heute genau so statt wie schon im Mittelalter und zuvor, nur die Methoden (ich sage gerne die technische Fassade) wird gewechselt. Heute scheint mir der Hauptangriff durch beliebig vermehrbares Fiat-Money und Kreditvergaben zu geschehen, also ein ökonomischer Angriff.

 

Die von mir genannten Ökonomien schließen sich tatsächlich gegenseitig aus. Mal als Beispiele:

 

egozentrische Ökonomie    nachhaltige Ökonomie

Ich-Ökonomie              Ihr-Ökonomie

Homo Oeconomicus          Homo Stupido

---------------------------------------------------

eskalierend               deeskalierend

steigernd                 bewahrend

Ordnung                   Chaos

Optimismus                Pessimismus

Komplexität               Einfachheit

Herdentrieb               Individualität

Intransparenz             Transparenz

Zentralität               Dezentralität

Abhängigkeit              Redundanz

Monopol                   Konkurrenz

Quantität                 Qualität

spezifisch                statistisch

Ausgrenzung               Kooperation

Sklaverei                 Freiheit

Egoismus                  Emphatie

Schnelligkeit             Langsamkeit

Gewaltbereitschaft        Friedfertigkeit

Vernunft, Wissen          Ahnungslosigkeit

uva.

 

Jede der Ökonomien ist für sich genommen widerspruchsfrei. Auf die nachhaltige Ökonomie kommt man, wenn man alle Regeln zusammen fasst, die funktionieren, wenn sich die Menschheit in Gänze daran halten würden. Dann merkt man schnell, die Trendstrategie kann nicht nachhaltig sein, und wer sie verwendet, wird im Durchschnitt verlieren. An wen? An den nachhaltigen Rebalancer. Kredite wären ebenfalls nicht nachhaltig, weil Kredite IMMER eine Wette auf eine Marktpreisentwicklung, also Spekulation sind. Und Prognosen trifft nur der sich wissend gebende Homo Oeconomicus.

 

Eigenvorsorge in angemessener Höhe ist sicher nie verkehrt. Aus Sicht dieser beiden Ökonomien ist jeder humane (im Sinne von ausgleichend) Mensch in der Lage, zu überleben. Im Augenblick sinkt der faire Lohn für Arbeit, im Gegenzug steigt der Profit durch die Schwankungsdämpfung des Rebalancing bei Anlagewerten. Die Aussage an die Bevölkerung ist, den Konsum einzustellen (um das Müllwachstum zu stoppen), und zu sparen wie der Teufel (um durch Rebalancing der gierigen Welt das Vermögen abzuziehen). Grundsätzlich kommt Wohlstand nur durch Arbeit zustande, alle Anlagegegenstände wie Immobilien, Cryptos, Aktien, Rohstoffe usw. dienen nur als Wertspeicher, nicht der Rendite. Rendite kann es nicht geben, weil es nicht nachhaltig ist, nicht alle Menschen auf dem Planeten könnten es zeitgleich fordern.


Bearbeitet von weistnix, 07 Mai 2017 - 09:12,


#5 _/\_

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Geschrieben: 07 Mai 2017 - 00:37

Schwarz/weiß ist mir persönlich zu klein gedacht.

 

Um mal auf deine Liste einzugehen:

 

Ob jemand gewaltbereit ist, hat eher wenig damit zu tun wie man wirtschaftlich tätig ist. Vernunft und Wissen als Basis für das Tätigwerden, hat in jeder Ökonomie seinen Sinn. Konkurrenz, Redundanz gibt es in jeder Ökonomie. Ob ich frei oder versklavt bin, hängt von vielen Dingen ab. Sich frei zu machen ist gar nicht mal so einfach. Gesellschaft, Familie, Vereine, Kirche, Schule etc. können oft unfrei machende Ansichten und Gegebenheiten verursachen. Transparenz kann einen auch ziemlich unfrei machen (Stichwort gläserner Bürger).

 

Du kannst in einer abhängigen Situation im Wirtschaftsleben sein und es trotzdem schaffen nach deiner Vorstellung frei zu wirken. Es kommt auf dich und das gegebene Umfeld an.


Bearbeitet von _/\_, 07 Mai 2017 - 00:41,

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#6 weistnix

weistnix

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Geschrieben: 07 Mai 2017 - 09:11

Schwarz/weiß ist mir persönlich zu klein gedacht.

 

Um mal auf deine Liste einzugehen:

 

Ob jemand gewaltbereit ist, hat eher wenig damit zu tun wie man wirtschaftlich tätig ist. Vernunft und Wissen als Basis für das Tätigwerden, hat in jeder Ökonomie seinen Sinn. Konkurrenz, Redundanz gibt es in jeder Ökonomie. Ob ich frei oder versklavt bin, hängt von vielen Dingen ab. Sich frei zu machen ist gar nicht mal so einfach. Gesellschaft, Familie, Vereine, Kirche, Schule etc. können oft unfrei machende Ansichten und Gegebenheiten verursachen. Transparenz kann einen auch ziemlich unfrei machen (Stichwort gläserner Bürger).

 

Du kannst in einer abhängigen Situation im Wirtschaftsleben sein und es trotzdem schaffen nach deiner Vorstellung frei zu wirken. Es kommt auf dich und das gegebene Umfeld an.

 

Die zwei Ökonomien bilden die Extrempole, in der Realität gibt es jeden Kompromiss dazwischen.

 

Auf der Seite der Gewalt steht auch statistisch, die Gewaltbereitschaft kann ich nicht auf ein Individuum herunter brechen. Bei uns zeigt sich das im nieder brennen von Flüchtlingsheimen. Und es gibt verschiedene Formen von Gewalt, die mit Machtausübung zu tun haben. Ein schönes Beispiel dafür ist die Sanktionierung von Arbeitslosen. Das widerspricht sogar den von den Neoliberalen propargierten freien Märkten, nach denen sich Preise frei bilden sollen. Das wirkt wie Mauern, die von denjenigen, die die Macht haben, anderen in den Weg gestellt werden. Raubtierkapitalismus kann man also als die Möglichkeit bezeichnen, von Mächtigen an der Ausübung freier Entscheidungen gehindert zu werden. Auch ein schönes Beispiel dafür ist der Zugang zu Schiffsfonds, die von Banken wie commerzbank oder Nordbank behindert werden, um sich selbst zu bereichern. Es gibt viele Formen von Gewalt, auch psychische. Ich behaupte, dass davon immer mehr in Familien passiert, ohne es im Detail nachweisen zu können.

 

Wegen der zwei Ökonomien lassen sich auch Begriffe widersprüchlich definieren, Freiheit ist ein schönes Beispiel dafür. Man kann "Freiheit" definieren als die Möglichkeit, von Mächtigen willkürlich Mauern in den Weg gestellt zu bekommen. Oder als "Freiheit" zur Selbstzerstörung, z.B. durch Kredite, Fastfood und Softdrinks, Lottospiel und Daytrading, etc.

 

Den Begriff "Freiheit" habe ich für mich aufgrund der zwei Ökonomien klar definieren können: jeder, der Regeln der nachhaltigen Ökonomie befolgt, wird frei. Jeder, der egozentrische Regeln befolgt, wird unfrei. Wer also Hauskredite aufnimmt, versklavt sich selbst, verliert also seine Freiheit. Und das beste daran, er macht das freiwillig. Wer Fastfood verschlingt, verliert seine Gesundheit, und damit Freiheit. Das faszinierende an all diesen Prozessen ist, dass die Menschen zum Verlust ihrer Freiheit häufig gar nicht gezwungen werden, sie tun das freiwillig.

 

Und ganz freiwillig tun die Bürger das doch wieder nicht, da Menschen ausnahmslos einfältig, ahnungslos, beschränkt, manipulierbar und impulsiv sind (nachhaltige Ökonomie), also von Konzern-Werbung, Medien und PR-Strategen recht einfach umgepolt werden können. Und die Menschen können sich vor allem deshalb nicht wehren, weil sie sich selbst überwiegend als vernunftbegabt verstehen. Was bei näherer Überlegung eigentlich nur Nachteile hat.


Bearbeitet von weistnix, 07 Mai 2017 - 10:57,


#7 _/\_

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Geschrieben: 07 Mai 2017 - 12:21

"Wer also Hauskredite aufnimmt, versklavt sich selbst, verliert also seine Freiheit. Und das beste daran, er macht das freiwillig."

 

Nun wenn das Geldsystem zu 95% auf Schulden basiert, kann man von Freiwilligkeit eher nicht mehr reden. Es geht ja fast nicht anders. Die wenigsten werden das Geld für ein Eigenheim von irgendwem geschenkt bekommen oder alles in Eigenleistung selbst machen.


Bearbeitet von _/\_, 07 Mai 2017 - 12:41,


#8 weistnix

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Geschrieben: 07 Mai 2017 - 20:14

"Wer also Hauskredite aufnimmt, versklavt sich selbst, verliert also seine Freiheit. Und das beste daran, er macht das freiwillig."

 

Nun wenn das Geldsystem zu 95% auf Schulden basiert, kann man von Freiwilligkeit eher nicht mehr reden. Es geht ja fast nicht anders. Die wenigsten werden das Geld für ein Eigenheim von irgendwem geschenkt bekommen oder alles in Eigenleistung selbst machen.

 

Das haben schon unsere Eltern so gemacht, und für die Kinder ist es deshalb auch normal geworden. Aber nicht natürlich. Und was nicht natürlich ist, vergeht. Bald bricht alles zusammen, und die meisten werden die Schuld bei anderen suchen, nie bei sich selbst. Und dann wird sich die Gewaltbereitschaft des Homo Oeconomicus zeigen.

 

Mein Vater hat mir schon als Kind gesagt, er würde den teuren Hausbau auch für uns Kinder machen. Drauf geschissen, inzwischen darf ich selbst denken. Das einzige, was ich meinen Eltern zugute halte, ist dass sie dran geglaubt haben. Ich nenne dieses persönliche Beispiel nur, weil ich es für symptomatisch halte, sonst wäre es irrelevant.

 

Wenn ich einen hohen Hauskredit aufgenommen habe, und eine Familie zu versorgen habe, dann könnte es leicht passieren, dass mein Arbeitgeber von mir fordert, ab sofort Panzer anstelle von Autos zu bauen, weil es dem Profit dient. Und weil die Gesellschaft in der Schuldenfalle sitzt, wird sie es im Durchschnitt tun, um die Existenz nicht zu gefährden. Nur so als Beispiel. Bei dem Spiel gibt es am Ende keine Gewinner, auch nicht unter den Oligarchen.

 

Wer sich mit Puts und Calls ausgennt, weiß um die Hebelwirkung von Schulden. Geht es mit dem Marktpreis in die erhoffte Richtung, dann sieht der Schein besser aus als die Realität. Und die Spieler schreiben sich den Erfolg selbst zu, ihrer eigenen "Intelligenz". Also machen sie weiter, das gebietet der Steigerungsgedanke, alles im Durchschnitt. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Kreditsystem instabil wird, weil es ein Ponzischema ist, dann wirkt der Kredithebel auch abwärts, und es bricht auch so schnell zusammen wie ein gewöhnliches Ponzischema. Es ist erst wenige Jahre her, die Beispiele aus den USA und aus Spanien. Der Homo Oeconomicus denkt in diesem Fall spezifisch, indem er sich sagt, "das passiert MIR nicht". Würde er statistisch rechnen, wie es auch Unternehmen tun, dann würde er in diese Falle nicht tappen. Die Finanzindustrie hätte nicht eine einzige Kapital-LV verkauft, wenn die Menschen statistisch gerechnet hätten, denn dann hätten sie die frühzeitige Auflösung ihres eigenen Vertragtes mit 50% Wahrscheinlichkeit mit in die Kalkulation einbeziehen müssen. Der Homo Oeconomicus verblödet in seiner Ich-Ökonomie, der denkt nicht mehr weiter als bis zu den Finsterfenstern seines Autos, was dahinter ist, interessiert ihn nicht.

 

Mit der nachhaltigen Ökonomie der Bewahrung weise ich nach, dass Spieler im Durchscnitt verlieren. Um so mehr, je spekulativer sie sich aufstellen. Die Gewinner sind natürlich die Unternehmen und die ausgleichenden Menschen, darunter Rebalancer. So viele Menschen sprechen vom "System", und sie bemerken dabei nicht, dass das "System" die Gesellschaft selbst ist. Die Unternehmen erhalten ihre Macht ALLEIN durch die Kunden bzw. die Gesellschaft, das sind ihre Wasserträger. Das verwerfliche bei den Unternehmen ist, dass sie die Beschränktheit und Manipulierbarkeit der Kunden ausnutzen.


Bearbeitet von weistnix, 07 Mai 2017 - 20:26,


#9 _/\_

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Geschrieben: 07 Mai 2017 - 20:37

Aus diesem Grund bist du und einige andere auch in der Bitcoinwelt.



#10 weistnix

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Geschrieben: 07 Mai 2017 - 21:12

Aus diesem Grund bist du und einige andere auch in der Bitcoinwelt.

 

Ist das eine Frage oder eine Behauptung?

 

Die zwei Ökonomien beschreiben grundsätzliche Zusammenhänge, das hat mit speziellen Anlageformen nichts zu tun. Aber sie sind natürlich auch auf die Cryptowelt anwendbar.

 

Der Kompromiss zwischen den zwei Ökonomien, mit einem Hang zur Nachhaltigkeit, wäre das wünschenswerte Ziel. Die Menschheit verlässt derzeit die Mitte, also die Kompromisslinie, und begibt sich im Durchschnitt in die Extreme. Die einen begeben sich in Richtung der nachhaltigen Extreme, die anderen in Richtung der egozentrischen Extreme. Von den egozentrischen Extremen gibt es auch noch beliebig viele, für jedes Fachgebiet kann man sich ein eigenes Extrem mit eigenen Regeln vorstellen. Die Regeln der verschiedenen Extreme widersprechen einander, deshalb ist eine Einigung unmöglich. Das lässt z.B. Parteien zerbrechen, damals bei den Grünen in Realos und Fundis, der Prozess wiederholt sich derzeit bei den Linken und anderen Parteien, die sich als sozial bezeichnen. Im den Extremen ermöglicht Nachhaltigkeit das Leben, und Egozentrik führt zwangsläufig zum Tod (Beispiel Griechenland).

 

In der Bitcoinwelt kam gerade die Diskussion über Blockgrößen und Bitcoin Unlimited (BU) auf. Dabei fällt auf, dass ein großes Lager für das Extrem "Beibehaltung der Blockgröße", und das andere große Lager um BU für das andere Extrem plädiert, nämlich die endlose Erweiterung der Blockchain. Ich habe es nicht näher verfolgt, aber über einen Kompromiss wurde nie gesprochen, und das wäre naheliegend. Z.B. könnte man zum Zeitpunkt eines Blockhalving die Blockgröße jeweils verdoppeln. Das würde zum Ausgleich führen, denn die schmerzhafte Reduktion des Block-Reward für die Miner würde durch die höheren Gebühreneinnamen zumindest teilweise ausgeglichen. Desweiteren kann man erwarten, dass die Gebühren bei einer Verdoppelung alle vier Jahre auf akzeptablem Niveau verblieben. Ich kenne einen solchen Kompromiss nicht.

 

Da es sich um Ökonomien handelt, ist die praktische Anwendbarkeit endlos.


Bearbeitet von weistnix, 07 Mai 2017 - 21:16,


#11 weistnix

weistnix

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Geschrieben: 07 Mai 2017 - 21:22

Aus diesem Grund bist du und einige andere auch in der Bitcoinwelt.

 

Du weistnix über mich. Das Wissen über die nachhaltige Ökonomie der Bewahrung führt zu einer Art ökonomischer Grammatik, und die Begriffe Wette, Prognose, Erwartungshaltung, Spekulation, Vorurteil oder Kollateralschaden haben alle eine ähnliche Bedeutung. Ich muss auf niemanden mehr böse sein, denn eine egozentrische Welt zerlegt sich grundsätzlich selbst.


Bearbeitet von weistnix, 07 Mai 2017 - 21:23,


#12 _/\_

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Geschrieben: 08 Mai 2017 - 00:44

Mir ist das alles etwas pauschal.

 

Es gibt nicht nur Extreme. Ich persönlich sehe nicht, mich in Richtung Extreme zu bewegen. Ich sehe auch nicht in meinem Umfeld, das Extreme die Richtung sind. Nehmen wir an, das ich und das Umfeld in dem ich mich befinde eher Durchschnitt sind, kann ich mit der These der Extreme nicht so viel anfangen.


Bearbeitet von _/\_, 08 Mai 2017 - 00:46,


#13 weistnix

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Geschrieben: 08 Mai 2017 - 10:45

Mir ist das alles etwas pauschal.

 

Es gibt nicht nur Extreme. Ich persönlich sehe nicht, mich in Richtung Extreme zu bewegen. Ich sehe auch nicht in meinem Umfeld, das Extreme die Richtung sind. Nehmen wir an, das ich und das Umfeld in dem ich mich befinde eher Durchschnitt sind, kann ich mit der These der Extreme nicht so viel anfangen.

 

 

Es geht weder um dich noch um mich, das Verhalten von Individuen kann tendenziell "schwarz" oder "weiß" sein, das hat auf das Schicksal der Gesellschaft keinen Einfluss. Es geht um das durchschnittliche Verhalten der Menschheit. Und dazu betrachte ich gar nicht mehr das Individuum, sondern Verkaufszahlen, den Müll im Meer, das Durchschnittsgewicht der Menschen, die Rüstungsausgaben, die Summe der Schulden, usw. Um zu wissen, welche Zerstörungskraft der Coca-Cola-Konzern auf die Menschheit hat, suche ich mir die Zahlen über den jährlichen Softdrink-Ausstoß heraus.

 

Das reale Verhalten liegt in einem Kompromiss zwischen den zwei Extrempolen. Jedes Individuum kann sich in verschiedenen Bereichen seines Lebens mal mehr nachhaltig, mal mehr egozentrisch benehmen, z.B. bei Autofahrt, Essen, Sport, Vermögensanlage, Konsum, Privatsphäre, etc. Derzeit verlassen die Menschen meiner Meinung nach (im Durchschnitt) die Mitte, teilweise unbewusst. Die meisten nähern sich egozentrischen Extremen, weniger den nachhaltigen Extremen. Ein paar Beispiele:

 

Wie viel Schüler soll die angemessene Schulklasse haben? Das wäre die Mitte, in einem Konsens zu ermitteln, demokratisch abzustimmen, und abhängig von vielen Randbedingungen.

Reduziere ich gedanklich die Anzahl der Schüler bis auf einen je Lehrer, dann komme ich zum nachhaltigen Extrem. Jeder Schüler würde etwas anderes lernen, weil es von den Lebenserfahrungen des jeweiligen Lehrers eingefärbt ist. Dieses Extrem ist dicht am Chaos, hoch kreativ und individuell, und überlebensfähig. Das andere Extrem wäre das egozentrische, wenn ein einziger Lehrer alle Schüler auf diesem Globus unterrichten wollte. Dies führte zu maximaler Ordnung in den Köpfen, und zur Selbstvernichtung. Letzteres ist das, was Konzerne benötigen, um iPhones und anderes Gedöns in großer Stückzahl loszuschlagen, um den Profit zu erhöhen. Die Ordnung in den Köpfen wird durch Massenmedien geschaffen.

 

Wie schnell soll ich mit dem Auto unterwegs sein? "Die Mitte" hängt stark ab von Fahrbahnbeschaffenheit, Können, Kurven, und diversen anderen Dingen. Dem nachhaltigen Extrem nähert man sich, wenn man immer langsamer fährt, dem egozentrischen wenn man immer schneller fährt.

 

Wie viel Kinder sollten Eltern bekommen. Um eine langsame Reduktion der Weltbevölkerung zu erreichen, wäre 2 wohl "relaitiv vernünftig". 0 Kinder ist das nachhaltige Extrem, endlos viele Kinder das egozentrische Extrem. Viele Kinder fordert z.B. Erdogan, und auch der Papst hat schon um mehr Kinder gebeten. Das kann letztlich nur der Wunsch nach Soldaten sein, denn der Planet verkraftet es nicht.

 

Wie viel von einem Anlagegegenstand soll ich besitzen? Es gibt eine "Mitte", an der man nicht mehr weiß, ob man zu viel oder zu wenig davon hat. in dieser Mitte werden Marktpreisschwankungen ausschließlich zu Chancen, die neoklassische Ökonomie gilt hier nicht mehr. Reduziere ich meinen Bestand an einer Anlage in Richtung 0, dann nähere ich mich dem nachhaltigen extrem. Steigere ich meinen Einstand in einen Anlagegegenstand immer mehr, dann nähere ich mich den egozentrischen Extrem. Hier gibt es noch eine Besonderheit: seit dem "Wissen" über negative Zahlen können wie den Tank leerer als leer, und voller als voll machen, was vollkommen unnatürlich ist. Die Hebelwirkung vernebelt uns dabei die Sinne. Die grassierende Armut ist der Druck durch Naturgesetze, den Konsum einzustellen. und ein Ergebnis der Hebelwirkung der Kredite der vergangenen Jahrzehnte, das ist meiner Auffassung nach noch lange nicht ausgestanden, der schlimmste Teil kommt erst noch.

 

Wie viel soll ich anziehen? Die totale Nacktheit ist das nachhaltige Extrem, Vollverschleierung inkl. Niqab das egozentrische Extrem. Die westliche Sitte, sich mit Schminke zuzudecken, hat übrigens große Ähnlichkeiten zur Niqab. Um die Egozentrik zu überprüfen, müsste man darüber nachdenken, was passieren würde, wenn es alle Menschen einschließlich der Männer umsetzen würden.

 

Wie viel eines Nahrungsmittels soll ich essen? Stichwort Bulimie und Fresssucht, die zwei Extreme.

 

So kann ich endlos weiter machen, ihr werdet eigene Beispiele finden. Ich liege vielleicht nicht in jedem Beispiel richtig, schließlich bin ich ein Depp. Die wesentliche Aussage sollte dennoch klar sein.

 

Der Kompromiss bzw. "Die Mitte" steht für Mäßigung, Langsamkeit, Langeweile. Immer wieder gibt es in den Medien Artikel, die über "Mittelmäßigkeit" spotten. Dabei sind wir Menschen im Durchschnitt alle mittelmäßig. In unserer Gesellschaft kann sich nur noch der Erstplazierte gut fühlen, alle anderen schon ab dem zweiten Platz haben ein schlechtes Gefühl. Der Homo Stupido ist das Heilmittel für den Homo Oeconomicus. Das Ziel einer humanen Gesellschaft läge zwischen extremer Nachhaltigkeit (z.B. Veganer) und einer gemäßigten Mitte. Übertreiben wir es, und Egozentrik ist von seiner Eskalation her derzeit nicht zu stoppen, dann bauen wir am Ende Bomben.


Bearbeitet von weistnix, 08 Mai 2017 - 11:18,


#14 _/\_

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Geschrieben: 08 Mai 2017 - 11:44

An deinen Beispielen sehe ich nicht die Extreme in die sich die Gesellschaft deiner Meinung nach entwickelt.

 

Thema Kinder: Die Mitte kommt dann heraus wenn alle Ausprägungen Einfluss finden. Damit meine ich, dass es kein Problem darstellt, wenn jemand 20 30 40 oder 100 Kinder haben möchte. Um mal dieses Extrem zu nehmen. Im Tierreich ist das sogar eher die Regel. Der Mensch ist durch seine sehr viel langsamere Entwicklung als die meisten Tierarten biologisch kaum in der Lage eine so große Anzahl an Kindern aufzuziehen. Allerdings warum sollte dieses Extrem gesellschaftlich ein Problem darstellen, wenn die beteiligten Individuen dazu aus irgendwelchen Gründen in der Lage sind?

 

Thema Schule: Meiner Meinung nach lernen Kinder und junge Erwachsene verhältnismäßig wenig in Schulen oder Universitäten. Wenn ich mich so zurück erinnere was ich alles wieder vergessen habe, ist das wirklich erschreckend. Im Nachhinein war so mancher Unterricht die reinste Zeitverschwendung. Ich hatte Unterricht in Klassen mit sehr vielen Kindern als auch sehr sehr wenigen. Die Klassengröße ist nicht der Punkt. Der Punkt ist eher die Art wie man Dinge lernt und das ist von Individuum zu Individuum verschieden. Manche lernen besser in der Interaktion mit anderen, andere durch Beobachtung und wieder andere indem sie irgendetwas selbst machen und sich von außen dazu überhaupt keine Informationen besorgen.

 

Thema Autofahren: Wenn die Straße leer ist, warum nicht zügig fahren? Was bringt einem hier eine durchschnittliche Normgeschwindigkeit, die im Berufsverkehr auch nicht erreicht wird.

 

usw.

 

Sich verändernde Umstände sorgen dafür, dass absolute Durchschnitte keine Norm darstellen können.


Bearbeitet von _/\_, 08 Mai 2017 - 23:37,


#15 weistnix

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Geschrieben: 08 Mai 2017 - 12:35

Ich will abschließend noch erklären, wie ich zu der nachhaltigen Ökonomie gekommen bin, denn es geht um Vermögensanlagen, hat also auch einen Bezug zu Bitcoins. Um die Jahrtausendwende habe ich erstmals mit Aktien gehandelt (Technologieblase), und natürlich erhebliche "Verluste" gehabt. In den Folgejahren habe ich mir viel Zeit genommen, darüber nachzudenken, und bin zu der wichtigen Erkenntnis gekommen, dass Vermögensanlage eigentlich relativ ist. Der Euro ist unser Goldenes Kalb, zur Gewinnermittlung wird in ihn umgerechnet. Aber das ist Willkür, ich könnte mein gesamtes Vermögen ja auch in Goldunzen, Bitcoins, oder die Siemens-Aktie umrechnen, jedes mal mit einem anderen Ergebnis. Ausdruck finden meine Überlegungen im Gold-Silber-Spiel:

 

https://bitcointalk....?topic=495672.0

 

In diesem Spiel gibt es als Anlagewerte nur Gold- und Silberunzen, und trotz heftigen Kursausschlägen zwischen diesen Werten lässt sich nicht sagen, ob man verloren oder gewonnen hat, wenn man sich bei der Verteilung seiner Ersparnisse in seiner Mitte befindet. Wenn man in dieser Situation Rebalancing betreibt, gewinnt man immer. Es handelt sich um eine Schwankungdämpfung, die Erträge sind die Belohnung für die Deeskalation, und sie sind gering, aber IMMER positiv. Und das beste:

 

DIE ERTRÄGE AUS DER SCHWANKUNGSDÄMPFUNG DURCH REBALANCING WACHSEN ÜBERPROPORTIONAL ZUM AUSSCHLAG!

 

Wer sich also langsamer bewegt, oder länger schläft, zeitigt höhere Erträge.

 

Rebalancing ist eine passive Strategie, sie ist die Strategie der Mittelmäßigkeit und der Ahnungslosen, also des "Homo Stupido". Und sie liegt wenigstens im Durchschnitt oder darüber. Wer aber ist dann der Verlierer?

 

Das muss ganz klar die Gruppe der sich wissend gebenden sein, also die Gruppe mit dem kurzfristig orientierten "Homo Oeconomicus".

 

Die neoklassischen Regeln mit dem "Homo Oeconomicus" widersprechen also in allen Aussagen den Regeln des "Homo Stupido". Bis hierher sind es meine eigenen Überlegungen, und ab jetzt konnte ich wissenschaftliche Erkenntnisse anders interpretieren.

 

https://www.welt.de/...Investoren.html

 

Im oben referenzierten Artikel werden die Affen durch Zufallszahlengeneratoren dargestellt. Die "Affen" gewinnen über einen langfristigen Zeitraum von 43 Jahren in allen 12 Disziplinen gegenüber den "professionellen" Fondsmanagern. Heißt also: Obwohl die Fondsmanager schlechter abschneiden als Zufallszahlengeneratoren, verdienen sie viele Millionen im Jahr, manche sogar Milliarden. Wie kann das sein?

 

Die Interpretation fällt mir aufgrund der zuvor angestellten eigenen Überlegungen leicht. Der Leistungsgedanke der neoliberalen Ökonomen behauptet ja, Leistung würde belohnt. Demnach müssten die Affen mehr verdienen als die Fondsmanager, und sie würden sich mit den Erträgen ihren Urwald zurück kaufen. Da wir arroganten Menschen Affen für Deppen halten, lassen wir sie jedoch nicht an die Börsen, das ist also eine Mauer (Mauern gehören in die egozentrische Ökonomie) die wir der Natur in den Weg stellen. Bäume würden uns gegenüber übrigens ebenfalls an der Börse gewinnen, im Durchschnitt.

 

Umgekehrt könnten wir sagen, die Fondsmanager verdienen zu viel. Die Rebalancer unter den Menschen liegen knapp über dem Durchschnitt, die Natur im Durchschnitt, und die "professionellen" Fondsmanager unter Durchschnitt. Rebalancing kann als passive Strategie von allen Friseuren, Reinigungskräften, Müllmännern, Feuerwehrleuten, Kindern usw. problemlos umgesetzt werden, und damit vom Erfolg über die "Profis" gelangen. Folglich dürften die sich wissend gebenden Fondsmanager eigentlich keinen Lohn über dem einer Aushilfskraft bekommen.

 

Da Menschen im Bereich Finanzwesen besonders gut rechnen können, und sich besonders wissend geben, habe ich überlegt, ob meine Überlegungen auch auf alle anderen Berufsgruppen anwendbar sind. Und ich habe nach einiger Zeit beschlossen, dass sie das sind.

 

Das heißt also, egal ob Ingenieure, Rechtsanwälte, Piloten, Banker, usw., da es absolute Vernunft nicht gibt, verblöden die Menschen weltweit um so mehr, je vernunftbegabter sie sich geben. Die Annahme der eigenen Vernunft zeigt sich z.B. in Gesprächen, die eskalieren, wenn mehrere "vernunftbegabte" Menschen miteinander diskutieren wollen. Folglich sind im Durchschnitt die am meisten materialistisch verblödeten Menschen die Intellektuellen (und alle die sich dafür halten oder dem zustreben), Eliten, Deutschen, Atheisten, Oligarchen, uva. allerdings sollten sich auch arme Menschen nicht von diesen Erkenntnissen ausnehmen. Ich habe festgestellt, dass diese einem trotz Armut die Welt erklären wollen, was ein Anzeichen für die Verblödung ist, sonst wären sie ja nicht arm.

 

Da ich euch gerade im Bereich Nachhaltigkeit die Welt erkläre, bin ich an dieser Stelle selbst die verblödete Kampfmaschine (glücklicherweise eine im nachhaltigen Extrem), ich karikiere mich also gerade selbst. Es steht jetzt einfach nur die Frage im Raum, ob meine Ausführungen real sind oder nicht. Da man sich selbst gegenüber nie unvoreingenommen ist, und ich nach eigenen Erkenntnissen ein Depp sein muss, muss ich darauf warten, dass die Menschen meine Aussagen prüfen, das wäre wissenschaftliches Vorgehen.

 

Albert Einstein war auch ein Depp: "Ich habe keine besondere Begabung, ich bin nur leidenschaftlich neugierig"

 

Oder Isaac Newton: "Was wir wissen, ist ein Tropfen aus einem Ozean"

 

Stellt mehr Fragen, und glaubt nichts, was ihr in den Medien lest, und nicht selbst überprüft habt. Der Depp stellt Fragen!


Bearbeitet von weistnix, 08 Mai 2017 - 14:02,


#16 _/\_

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Geschrieben: 08 Mai 2017 - 23:30

Meinst du im Zusammenhang mit Vermögensanlage mit Rebalancing antizyklisches Investieren/Deinvestieren?

 

Man könnte Rebalancing dann auch als Risikojustierung bezeichnen.


Bearbeitet von _/\_, 09 Mai 2017 - 00:00,


#17 weistnix

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Geschrieben: 09 Mai 2017 - 11:34

Meinst du im Zusammenhang mit Vermögensanlage mit Rebalancing antizyklisches Investieren/Deinvestieren?

 

Man könnte Rebalancing dann auch als Risikojustierung bezeichnen.

 

Rebalancing führt automatisch zu antizyklischem Verhalten. Dem Rebalancer ist es egal, ob er billig kauft oder teuer verkauft. Er braucht auch nicht zu wissen, wo absolut unten oder oben ist. Man braucht nur darauf zu achten, dass die Streuung in Anlagewerte erfolgt, die miteinander möglichst wenig korrelieren, das führt automatisch zur Risikominimierung. In wenigen Fällen kann man Anlagewerte finden, die gegensätzlich korrelieren, das ist ideal. Der Bitcoin ist von dieser Sichtweise her eine perfekte Beimischung, da eine vollkommen eigenständige Innovation, und da ich keine Korrelation mit irgend welchen anderen Anlagegegenständen sehe.

 

Bedingung für die Investition in Bitcoins ist, Vertrauen darin aufzubauen. Man sollte sich also über die Vor- und auch Nachteile (Qualitäten) bewusst sein. Jeder Vermögensgegenstand hat andere Vor- und Nachteile, und der Bitcoin hat diese an völlig anderer Stelle. Das Vertrauen führt zu einem Budget, mit dem man seine Ersparnisse in den Bitcoin investieren will. Das Budget sollte so gering sein, dass man die Befürchtung hat, die Investitionsumme könnte zu gering sein. Die Mitte ist da, wo man nicht weiß, ob man zu viel oder zu wenig von einem Anlagegegenstand hat. Dort ändern sich die ökonomischen Gesetze. Wer in den Bitcoin investiert, um schnell reich zu werden, hat schon verloren. Investitionen und Spenden sind aus Sicht der nachhaltigen Ökonomie nicht unterscheidbar.

 

Zuletzt noch eine Warnung, weil sich auf dem Cryptocoin-Minenfeld sehr viele gierige Menschen herum treiben:

 

DER MENSCH ÄNDERT SICH IM WESENTLICHEN NIE! Das einzige, was er ändert, ist seine technische Fassade.

 

Das bedeutet, die Vielzahl gieriger Menschen werden aus den Cryptocurrencies durch das Trendverhalten des Homo Oeconomicus vom Marktpreisverlauf das machen, was zuvor schon bei Goldblasen, Aktienblasen, Tulpenblasen usw. ablief. Geschichte widerholt sich tatsächlich, aber der Anstrich wird ausgetauscht. Das bedeutet als grundsätzliche Empfehlung an alle: Reduziert euer Budget (den Anteil eurer Ersparnisse am Bitcoin) langsam, um so höher der Bitcoin steigt. Dazu ist es notwendig, sich auch mal zufrieden zu geben.

 

Der Depp nimmt an, dass es sich bei Marktpreisschwankungen um Zufallsverläufe handelt, und liegt damit dicht an der Realität. Weil man bei Zufallsverläufen keine Prognosen stellen kann, bleibt dem Deppen nur noch die Rebalancing-Strategie. Ich behaupte, ausnahmslos alle Menschen sind dicht am Deppentum. Wer dies als Realität anerkennt, wird mit Erträgen auf Kosten der gierigen Welt belohnt.


Bearbeitet von weistnix, 09 Mai 2017 - 11:40,


#18 _/\_

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Geschrieben: 09 Mai 2017 - 12:18

Diese Strategie wird hier von einigen schon seit Jahren umgesetzt. Du hast dem Ganzen einen anderen Namen verliehen. Diese Strategie ist sinnvoll, da man vor allem bei Cryptowährungen keine objektive Einschätzung treffen kann, ob der Markt über ausreichend Gegenwert verfügt oder ob eine Preisbewegung durch reine Angebotsverknappung vorliegt.

 

Allerdings ist es eine Strategie aus der Ego-Perspektive, da man selbst die relative Verteilung der eigenen Bestände von sich selbst aus betrachtend vornimmt. Und genau das widerspricht ja der von Dir genannten bevorzugten Ihr-Ökonomie.


Bearbeitet von _/\_, 09 Mai 2017 - 12:19,


#19 weistnix

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Geschrieben: 09 Mai 2017 - 14:32

Diese Strategie wird hier von einigen schon seit Jahren umgesetzt. Du hast dem Ganzen einen anderen Namen verliehen. Diese Strategie ist sinnvoll, da man vor allem bei Cryptowährungen keine objektive Einschätzung treffen kann, ob der Markt über ausreichend Gegenwert verfügt oder ob eine Preisbewegung durch reine Angebotsverknappung vorliegt.

 

Allerdings ist es eine Strategie aus der Ego-Perspektive, da man selbst die relative Verteilung der eigenen Bestände von sich selbst aus betrachtend vornimmt. Und genau das widerspricht ja der von Dir genannten bevorzugten Ihr-Ökonomie.

 

Häufig setzen Oligarchen die Rebalancing-Strategie um, deshalb sind sie finanziell unangreifbar und mehren ihr Vermögen, während wir zum Daytraden und Lotto spielen verführt werden. Die Oligarchen sitzen jedoch insofern am längeren Hebel, als sie Entwicklungen über lancierte Medienberichte oder Ratingagenturen zu ihren Gunsten steuern können, auch weil sie Insiderwissen haben. Wer vom einfachen Fußvolk glaubt, er sei vernunftbegabt und wüsste genug, der wird das Opfer dieser Oligarchen. Wer rebalanced, dem können die Mächtigen nichts anhaben.

 

Dass jedes Individuum eine eigene Vermögensverteilung besitzt, gehört einfach zur Vielfalt bzw. Individualität. Meine Ausführungen sind also weder pro noch contra Bitcoin zu interpretieren, diese Entscheidung muss jeder für sich alleine finden. Wichtig ist, dass man nicht weiß, ob man zu wenig oder zu viel von etwas hat. Dort wird man beweglich, Schwankungen sind ausschließlich Chancen, die zudem überproportional zu den Kursschwankungen steigen, was einen humanen Anleger vollkommen schwankungsresistent macht.

 

Die Ihr-Ökonomie stellt die Frage, was ich für EUCH tun kann. Die Ich-Ökonomie stellt die Frage, was ich für MICH tun kann. Den Kompromiss aus beiden Ökonomien könnte man die Wir-Ökonomie nennen (sie ist unberechenbar, weil sie eine Durchmischung aus zwei sich gegenseitig ausschließenden Ökonomien ist). Man ist nicht ganz selbstlos, um nicht an seiner eigenen Selbstlosigkeit zugrunde zu gehen, denn dann kann man niemandem mehr helfen.

 

Wer in der Ihr-Ökonomie leben möchte, kann sein Vermögen nicht durch Spekulation auf's Spiel setzen. Dazu gibt es im Grundgesetz den humanen Passus "Eigentum verpflichtet". Anders ausgedrückt, man darf sein Eigentum nicht willkürlich zerstören oder verprassen. Auch so gesehen bleibt nur noch die Rebalancing-Strategie übrig.

 

Rebalancing wird zwar von vielen umgesetzt, aber die Bedeutung ist den Menschen bislang nicht klar. Schwankungsdämpfung kann und sollte man sogar auf Lebensmittelmärkten betreiben, die nachhaltige Ökonomie ist widerspruchsfrei. Die zunehmenden Kursausschläge auf den Anlagemärkten sind ein Indiz für den Rückgang der Humanität und des Ausgleichs, und eines Anstiegs des Materialismus und des kurzfristigen Denkens. Damit kündigen die Eskalation in allen Bereichen ein schweres Unglück an, das auf uns zurollt, selbst verschuldet. Der Rebalancer soll sich am Rebalancing nicht bereichern, er soll überleben und umverteilen, für ein Leben in Symbiose mit der Natur, die unsere Lebensgrundlage darstellt. Tun wir das nicht freiwillig, dann wird dies durch Naturgesetze gewaltsam erzwungen. Die Natur holt sich das zurück, was ihr gehört, so kann man Krieg auch botanisch erklären.


Bearbeitet von weistnix, 09 Mai 2017 - 15:44,


#20 _/\_

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Geschrieben: 09 Mai 2017 - 18:21

Du scheinst in einer dunklen dunklen Welt zu leben. Vielleicht machst du sie dir selbst.

 

Den Widerspruch den ich in deiner Auffassung meine zu erkennen, ist der, dass diese einem eine vermeintliche Rechtfertigung geben könnte, anderen direkt oder indirekt auf Basis ideologischer Überzeugung Schaden zuzufügen. Das sehe ich persönlich mindestens als zweifelhaft wenn nicht hochproblematisch.


Bearbeitet von _/\_, 09 Mai 2017 - 18:40,

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